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Scuola
Grande di San Rocco
Öffnungszeiten:
9.00-17.00
Eintritt:
Adresse: 3054, San Polo - Venedig
Im Jahr 1478
erteilte der Rat der Zehn, jenes staatliche Organ dem unter anderen
auch die Angelegenheiten der Bruderschaften unterstanden, die Erlaubnis
zur Gründung der dem Heiligen Rochus geweihten Laienbruderschaft. Ursprünglich
besass die Bruderschaft keine ständige, selbständige Niederlassung, sondern wanderte im Lauf
der Jahre von San Giuliano nach San Silvestro ehe sie in der Nähe des
Klosters der Franziskaner Minoriten (kurz Frari) landete. Als 1485 eine
Reliquie des Heiligen in ihren Besitz überging, konnte der Bau eines
grossen Gebäudes nicht mehr aufgeschoben werden. So wurde zu Beginn
des 16. Jahrhunderts Bartolomeo Bon mit einem Neubau beauftragt aber
ständige Auseinendersetzungen mit den Auftraggebern führten bald zu
seiner Entlassung. Als 1524 die Brüder Sante und Giulio Lombardo berufen
wurden, war der Bau wahrscheinlich in seinen Grundzügen schon bis zum
Erdgeschoss gediehen, aber auch sie sollten bald durch einen neuen Architekten
abgelöst werden; ab 1527 ist hier Scarpagnino tätig auf den die marmorne
Fassade und die monumentale zweiläufige Treppe zurückgeht. Bei seinem
Tod 1549 waren die baulichen Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Offen
blieb also nur noch die Frage der malerischen Ausgetaltung, die die
immensen Wände füllen sollte. Bei einem öffentlichen Wettbewerb breiteten
die Maler Paolo Veronese, Giuseppe Salviati und Jacopo Tintoretto ihre
Vorschläge aus. Tintoretto ging als Sieger hervor, da er sich verpflichtete
nicht nur aussergewöhnlich schnell sondern auch für geringen Lohn zu
arbeiten. Zur Unterstützung seiner Strategie schenkte er der Bruderschaft
auch noch das Gemälde der Glorie des Heiligen Rochus. So entstand in
knapp zehn Jahren (1576-1587) einer der einheitlichsten und beeindruckendsten
Zyklen der Geschichte der Malerei mit Szenen aus dem Alten und dem Neuen
Testament. Insgesamt sind es 8 grosse Leinwandbilder im unteren Saal,
21 in die geschnitzte Holzdecke des oberen Saals eingelassene Gemälde
und 12 weitere an dessen Wänden. Unter Napoleon wurde die Bruderschaft
vorübergehend aufgelöst aber auf Drängen der Bevölkerung konnte sie
bald wieder ihre Tätigkeit aufnehmen. San Rocco und San Giorgio degli
Schiavoni sind seltene Beispiele für Bruderschaftsgebäude, die ihren
originalen Zustand vollkommen waren konnten.
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