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Scuola
Grande San Giovanni Evangelista
Öffnungszeiten:
10.00-16.00, nur Sonntag und Montag. Zu Ostern geschl.
Eintritt:
Adresse: Campiello San Giovanni, San Polo - Venedig
Mit ihren Kunstwerken
und ihrer Schatzkammer war diese Laienbruderschaft wohl die wichtigste
aller venezianischen Scuole. Gegründet wurde sie etwa gleichzeitig wie
jene der Carita, im Jahr 1261, aber seit 1369 stieg ihr Ansehen gewaltig
an. In
jenem Jahr bekam ihr Leiter, Andrea Vendramin, von einem der ranghöchsten Beamten des
zypriotischen Reiches eine Kreuzreliquie, die Letzterer vom Patriarchen
von Jerusalem erhalten hatte. Dank dieser Schenkung wuchsen der Ruhm
und das Prestige der Laienbruderschaft ungeheuer an und ihre Mitglieder
beschlossen die Räumlichkeiten diesem neuen Status anzupassen. Der Kreuzreliquie
wurden einige der herrausragendsten Kunstwerke der venezianischen Kunstgeschichte
gewidmet. Heute sind einige von ihnen in einem Saal der Galerien der
Akademie zu bewundern: die Kreuzprozession am Markusplatz und das Kreuzwunder
an der Brücke von San Lorenzo von Gentile Bellini, und das Wunder der
Reliquie des Heiligen Kreuzes von Vittore Carpaccio bestechen nicht
nur durch ihre religiösen Inhalte, sondern auch durch die Genauigkeit
mit der Ausschnitte aus dem venezianischen Leben am Ende des Mittelalters
dokumentiert sind. Die baulichen Erneuerungen setzen zur gleichen Zeit
an. Um 1415, als die ersten Ausstattungsstücke in Auftrag gegeben wurden,
war der Bau wahrscheinlich schon vollendet und erhielt seine spätgotische
Seitenfassade. Aber erst gegen Ende des Jahrhunderts entstand der elegante
Vorhof, den Bartolomeo Bon mit einer durchfensterten Wand von der Strasse
abschirmte; diese Architektur der Frührenaissance bekrönt ein Giebel
in dessen Tympanon das Symbol der Bruderschaft, der Adler des Evangelisten
Johannes, eingelassen ist. Über ihm kündet das Kreuz die wertvolle Reliquie,
die im Inneren verwahrt wird, an. Wie auch in vielen anderen Bruderschaftsgbäuden
wurde der Treppe, die den unteren Saal mit dem oberen Versammlungsraum
verbindet, besonderes Augenmerk geschenkt. Im Jahr 1498 schuf Mauro
Codussi, der führende Architekt der Frührenaissance in Venedig, eine
grossartige zweiläufige Treppe an deren Absatz sich eine für ihn typische
Biphore öffnet. Mit ihrer Aufhebung im frühen 19. Jahrhundert schien
sogar die Demolierung des Gebäudes besiegelt zu sein, denn die Österreicher
wollten die Marmorböden für die Neugestaltung einer Kirche oder eines
Palais verwenden. Dem Einsatz einiger Venezianer ist es zu verdanken,
dass so viel Geld gesammelt werden konnte um das Gebäude "freizukaufen".
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