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Scuola
Grande dei Carmini
Öffnungszeiten:
tägl. 11-16; So geschl.
Eintritt:
Adresse: 2617, Dorsoduro - Venedig
Auch
wenn das offizielle Gründungsjahr der Bruderschaft der Karmeliter
mit dem Skapulier 1594 ist, so konnte ihre Tätigkeit damals schon
auf eine drei Jahrhunderte alte Tradition verweisen. Aber erst als
kirchliche und staatliche Privilegien ihren Ruhm
anwachsen
liess und das Seitenschiff der Kirche Santa Maria del Carmine für
die ständig wachsende Zahl der Mitglieder nicht mehr ausreichte, ging
man daran nach einem selbständigen Sitz zu suchen. Um 1625 konnten
einige Häuser neben der Kirche, am Campo Santa Margherita, angekauft
werden und kurz darauf wurde mit dem Neubau, vermutlich nach einem
Entwurf von Francesco Cantello, begonnen. Mit der Pestepidemie von
1630 gerieten die Arbeiten ins Stocken aber 1638 konnte das Gebäude
eingeweiht werden, auch wenn damals die Fassaden noch fehlten. Kurz
vor 1670 ging man daran die beiden Fassaden zu errichten. Die Dokumente
berichten, dass den Entwurf dafür Baldassare Longhena lieferte, der
allerdings auf die schon bestehenden Teile Rücksicht nehmen musste;
dies könnte einige Ungereimtheiten des Baus erklären, im besonderen
weil zwei Fassaden mit unterschiedlicher Geschossunterteilung im rechten
Winkel aufeinandertreffen sollten. Die wahre Pracht entfaltet sich
im Inneren, wo eine zweiarmige Treppe in den oberen Versammlungsraum
führt. Diesen schmücken in Stuckrahmen eingelassene Deckenbilder auf
Leinwand, die 1743 Gianbattista Tiepolo, selbst Mitglied der Bruderschaft,
schuf. Das Ziel der neuen prächtigen Ausstattung war eine Aufnahme
in den Reigen der "Grossen Schulen" ("Scuole Grandi"). Mit dem Gemälde
"Die Madonna überreicht dem Seligen Simon Stock das Skapulier" wuchs
die Popularität der Bruderschaft weiter an und zog neue Mitglieder
an sich, was 1767 den Rat der Zehn bewog sie den "Grossen Schulen"
einzugliedern. Das napoleonische Edikt von 1806 führte in einem Moment
höchster wirtschaftlicher Blüte zu einer vorrübergehenden Auflassung
und zur Plünderung sämtlicher mobiler Kunstgegenstände. Nur Werke
mit grossen Massen wurden verschont und diesem Umstand verdanken wir,
dass man hier heute noch eines der eindrucksvollsten barocken Interieurs
bewundern kann. |
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