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Die
heutige Kirche wurde ab dem 11. Jahrhundert errichtet, um den
schon im 9. Jahrhundert aus Alexandrien in Ägypten geraubten
Leichnam der Evangelisten Markus aufzunehmen. Sie ist auch aus
archiktonischer Hinsicht ein Zeichen dafür, dass die venezianische
Politik ganz nach Osten gerichtet war. Es waren auch orientalische
Werkleute, die das Gebäude nach byzantinischem Vorbild errichteten.
Wie sehr man sich bemühte das Erbe Konstantinopels anzutreten
bezeugen zuletzt die vier Pferde, die Enrico Dandolo anlässlich
des vierten Kreuzzuges (1204) aus Konstantinopel nach Hause schickte.
Sie wurden auf einer Terasse über dem Hauptportal aufgestellt.
1797 brachte Napoleon die Quadriga nach Paris wo sie am Triumphbogen
der Champs Elisées Austellung fand; dem Einsatz Antonio
Canovas ist ihre Rückkehr nach Venedig zu verdanken. Aus
konservatorischen Gründen sind die Originale aus vergoldetem
Bronze heute im Inneren aufgestellt, während ihren ursprünglichen
Platz getreue Kopien einnehmen.
Die Fassade gliedern fünf grosse Bogenöffnungen mit
Säulchenstellungen aus mehrfarbigen Marmor und reichem Mosaikschmuck
in den Lünetten (im 17. und 18. Jahrhundert erneuert). Der
obere Teil mit seinen Wimpergen und florealen Dekorationen stammt
aus der Spätgotik. Trotz ihrer unterschiedlichen Materialien
und Formen wirkt die Fassade dennoch einheitlich.
Nach dem Eintreten kommt man zunächst in eine mit prachtvollen
Mosaiken geschmückte Vorhalle; von hier geht es weiter in
das Innere, das dem Typus einer byzantinischen Kreuzkuppelkirche
über einem griechischen Kreuz entspricht. Jeden Arm des Kreuzes
gliedern drei Schiffe über denen sich die mächtigen
Kuppeln erheben. Prachtvoll sind die Marmorintarsien des Fussbodens
und die mit Mosaiken überzogenen Wände und Wölbungen,
die den gesamten Raum in goldenes Licht tauchen. Auch die Mosaiken
stammen aus unterschiedlichen Epochen und bilden dennoch eine
Einheit. Himmelfahrt, Fusswaschung oder Kreuzigung
stehen in der byzantinischen Tradition, während der Tanz
der Salome (in der Taufkapelle) auf die Internationale
Gotik verweisen. Wie auch an der Fassade, sind auch hier Restaurierungen
und Ergänzungen aus der Renaissance und dem Barock zu erkennen.
Hinter dem Hochaltar befindet sich die prachtvolle Pala d´Oro,
ein Prunkstück venezianischer und byzantnischer Goldschmiedekunst
aus dem 10.-14. Jahrhundert..
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