photo tour
 
 
 
Sie sind in: IVT / FOTO TOUR / KIRCHEN / SESTIERE VON DORSODURO-GIUDECCA / REDENTORE  

 

 

GIUDECCA



 

KIRCHE IL REDENTORE

 

S. EUFEMIA - IX SEC.
2 SANTISSIMO REDENTORE
3 ZITELLE
4 S. GIORGIO MAGGIORE - XVI SEC.

Zwischen 1575 und 1577 fielen beinahe fünfzigtausend Menschen der Pest zum Opfer. Am Höhepunkt der Seuche, im Jahr 1576, sprach der venezianische Senat das Votum zur Errichtung einer dem Erlöser geweihten Kirche aus und am 3. Mai 1577, Fest der Auffindung des Heiligen Kreuzes, wurde der Grundstein gelegt. Die Kirche sollte den Kapuzinermönchen übergeben werden und deren Forderungen nach Strenge und Einfachheit sollte, gemeinsam mit dem christologischen Programm, den Leitfaden für die architektonische Planung bilden. Andrea Palladio entwarf einen Bau, der diesen Forderungen Rechung trug. Die Kirche beherrscht die Kulisse der Giudecca und nur eine Ansicht vom gegenüberliegenden Ufer der Zattere ermöglicht Fassade und Vierungskuppel als optische Einheit zu verstehen. Die Fassade verbindet den christlichen Kirchenbau mit der klassischen antiken Architektur: das Zentrum mit Dreiecksgiebel ist ein auf die Fläche projezierter römischer Tempel, die Skulpturenattika deutet den kaiserlichen Triumphbogen ins Katholische um und die beiden seitlich vorspringenden Felder deuten die Kapellen des Inneren an; schliesslich erreicht man das Portal der Kirche über 15 Stufen, die auf den Tempel Salomos in Jerusalem verweisen. Dieser Prozessionsgedanke wird im Inneren fortgesetzt. Das breite tonnengewölbte Schiff mit Thermenfenster begleiten tiefe Seitenkapellen, das Presbyterium unter der Kuppel hat die Form eines Kleeblatts, in dessen seitlichen Konchen die geistlichen und staatlichen Würdenträger Aufstellung nehmen konnten, und die mittlere durch freistehende Säulen umschriebene Konche beherbergt den Hochaltar hinter dem sich der Mönchschor erstreckt. Dem Leben Jesu sind die Seitenaltäre gewidmet: Geburt Jesu und Auferstehung sind von Francesco Bassano (1. Kap. rechts und links); die Grablegung schuf Jacopo Palma il Giovane; Geisselung und Himmelfahrt stammen von Domenico Tintoretto (um 1588). Aber das wertvollste Werk ist wohl das Tafelbild der Madonna mit Kind und musizierenden Engeln von Alvise Vivarini (in der Sakristei). Er malte es um 1500 in seiner letzten Schaffensperiode, als er zunehmend von der Plastizität eines Andrea Mantegna und den Farben eines Giovanni Bellini beeinflusst wurde.

 

© IN VENICE TODAY 1999-2008
Alle Rechte Vorbehalten
Lamarmora 4/8 estre - Venedig
Dazugehörig zu IVT