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Es
wird erzählt, dass die Kirche im frühen 7. Jahrhundert
vom
Bischof von Oderzo, dem Heiligen Magno, geründet worden sei.
Unklar ist aber nicht nur diese Datierung sondern auch die Herkunft
des Namens “Bragora”. Geweiht ist die Kirche Johannes
dem Täufer, dessen Reliquien seit dem 9. Jahrhundert in Venedig
nachweisbar sind. Die Bezeichnung “Bragora” könnte
aus dem Venezianischen “Bragola” (Marktplatz), vom
Zeitwort “bragolare” (fischen) oder aber aus dem Griechischen
Agora (Platz) abgeleitet werden.
Wie dem auch sei, die Kirche zählt sicher zu den beeindruckendsten
Orten der Stadt. Bautätigkeiten sind aus dem 9. und 12. Jahrhundert
überliefert, aber ihr heutiges Aussehen, an dem auch die
Arbeiten von 1728 nichts wesentliches verändert haben, erhielt
sie ab 1475. Die spätgotische Fassade ist einfach, ihre geschwungenen
Bekrönungen, die die vertikale Dreiteilung unterstreichen,
verleihen ihre aber grosse Eleganz. Gotisch ist auch der dreischiffige
basilikale Innenraum mit drei Chorkapellen und hölzernem
offenen Dachstuhl. Die Pfeiler stammen vermutlich aus einem Vorgängerbau
und sind beim Neubau wiederverwendet worden. Zur malerischen Ausstattung
zählen ein Christus vor Caifa und eine Fusswaschung von Jacopo
Palma il Giovane, ein Letztes Abendmahl von Paris Bordone, aber
das Aushängeschild ist die prachtvolle Taufe Christi von
Cima da Conegliano am Hochaltar (1492-1494). Das Geschehen spielt
vor einer hügelreichen Landschaft des venezianischen Festlandes
und die Symetrie und Axialität der Figuren unterstreichen
die Vergeistigung der Handlung. Wichtig für den Eindruck
ist auch, dass der originale Rahmen erhalten ist; er wurde vom
Architekten Sebastiano Mariani aus Lugano und vom Steinmetz Ludovico
Bossi angefertigt. |